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Diesel, Benziner oder alternative Antriebe - was sich jetzt für Sie rechnet.

von Auto-Motor-Welt Ratgeber

Super oder Diesel. Ein Thema, welches immer wieder heiß diskutiert wurde und doch regelmäßig neu betrachtet werden muss. Gibt es 2015 und mit Blick in die Zukunft hier einen klaren Sieger?

Anschaffung

Meist ist der Diesel in der Anschaffung erheblich teurer- die Motoren sind aufgrund höherer Anforderungen, teurer in der Herstellung. Durch steigende Emissionsrichtlinien, wird sich dieser Nachteil vermutlich weiter ausbauen. Preiskorrigierend könnte man den höheren Wiederverkaufswert und die Einsparungen in den Betriebskosten berücksichtigen. 

Sieger: Haarscharfer Sieg für den Benziner, langfristig wird dieser jedoch seine Position Stärken

Lebensdauer

Frühere Dieselmotoren, waren recht simpel aufgebaut, dadurch aber um so haltbarer. Ein Auto fahren bis es auseinander fällt- in vergangenen Zeiten ein klares Verkaufsargument. Die Entwicklung immer komplexerer Selbstzünder geht zu Lasten dieses Vorteils. 

Sieger: Bei Neuwagen Gleichstand. Bei älteren Gebrauchtwagen hat der Diesel oft noch eine längere Lebenserwartung.

Verbrauch 

Bis vor wenigen Jahren lag hier klar der Diesel mit bis zu 30% Verbrauchsvorteil vorn, Tendenz sinkend. Aktuell noch mit ca 20%- langfristig ist jedoch zu beachten, dass die Entwicklung bei Ottomotoren große Fortschritte gemacht hat und weitere Verbesserungen in den nächsten Jahren bevorstehen. Die Optimierungsmöglichkeiten von Dieselmotoren hingegen, sind seit Jahren beinahe ausgereizt. Stetig steigende Umweltfaktoren, beziehungsweise die daran gekoppelten Filter, erhöhen den Verbrauch sogar leicht.

Der Unterschied im Verbrauch begründet sich darin, dass der Diesel ein Selbstzünder ist. In Arbeit ist jedoch eine Art selbstzündender Benziner durch die sogenannte HCCI-Technik. Die bisher übliche jährliche Laufleistung ab welcher sich ein Diesel rechnet, muss auf 15.000 Km raufkalkuliert werden. Der Dieselmotor und die Verbrauchszahlen profitieren von der Langstreckennutzung gleichermaßen.

Sieger: Heute, und noch für mindestens 5 Jahre, für Vielfahrer der Diesel.

Kraftstoffpreise 

Aufgrund von Subventionen ist Diesel Europaweit günstiger als Benzin. Seit vielen Jahren wird die allmähliche Annäherung der Preise befürchtet. 2015 betrug die durchschnittliche Differenz in Deutschland 7 bis 26 Cent. Verglichen mit den Super- und Dieselpreisen von 2000, sind die Unterschiede zwar stärkeren Schwankungen unterworfen, im Extremfall jedoch sogar noch größer. Kritisch wird es, wenn die bisherigen Steuervorteile gestrichen werden. Dann sollten sich die Schreckensmeldungen bewahrheiten können- die Abschaffung von Dieselfahrzeugen.

Sieger: Seit Jahrzehnten und für eine noch unabsehbare Zeit, erneut der Diesel. 

Kfz-Steuer

Sowohl nach der neueren Berechnung, als auch bei der für Fahrzeuge mit einer Erstzulassung vor dem Juli 2009, schneidet der Diesel teurer ab. Der Hubraum wird bei diesem mit einem höheren Sockelbetrag bewertet. Weiterhin kommen auch hier die schlechteren Emissionswerte wieder teuer zum tragen.

Sieger: Bisher, aktuell und zukunfünftig mehr denn je- der Benziner! 

Versicherung 

Aufgrund der durchschnittlich höheren jährlichen Laufleistung (viele Dieselwagen werden als Firmenfahrzeug benutzt) von Dieselfahrzeugen, ist eine statistisch gesehen höhere Unfallgefahr gegeben. Bis zu 30% tiefer müssen Sie hier in die Tasche greifen. 

Sieger: Der Benziner liegt, von einzelnen Modellen abgesehen, unangefochten vorn. 

Wiederverkaufswert 

Bedingt durch den höheren Neupreis, die längere Gesamtlebensdauer und das Einsparungspotential, erzielt der Diesel beim Gebrauchtwagenverkauf höhere Preise. Dies mag auch daran liegen, dass gerade bei Fahrzeugen welche nicht geschont werden sollen (Firmen- und Familienwagen) gern
gebraucht gekauft werden. Der Nachteil? Die Dieselversion eines Modells wird Statistiken zufolge auch auffallend häufiger geklaut.
Sieger: Wenn Ihnen Ihr Wagen bis dahin erhalten bleibt, gewinnt beim Weiterverkauf der Diesel.

Fahrfreude 

Für viele Fahrer sind hier die Punkte Beschleunigung und Sound besonders relevant. Bei gleicher PS-Zahl, beschleunigt der Diesel gemächlicher. Dies liegt am länger übersetzten Getriebe, bedingt durch ein kleineres Drehzahlband. Zudem ist der Diesel, bei gleichem Modell, massiger. Der Unterschied wird besonders durch die gefühlte Beschleunigung untermauert. Die Höchstgeschwindigkeiten unterscheiden sich nicht bei gleichen PS nicht. Ältere Diesel „glänzen“ beim Fahren durch Trecker-ähnliche Geräuschkulisse. Dies sind Verbrennungsgeräusche, welche hier unter höherem Druck stattfinden. Bei einem Neuwagen ist jedes einzelne Geräusch gezielt durch einen Sounddesigner entwickelt worden – der Fahrspaß erlebt auf diese Weise immer weniger Unterschiede. 

Sieger: Sportlicher in Beschleunigung (und teilweise immer noch im Sound)- der Benziner. 

Fazit 

Bisher gekannte Unterschiede gleichen sich zunehmend an. Einzig gesetzliche Regelungen, könnten dem Diesel noch zum Verhängnis werden, beispielsweise in Hinblick auf Subventionen und Umweltschutz. Bis dahin bleibt die Wahl eine reine Glaubensfrage. 

 

Alternative Antriebe

Derartige Fahrzeuge sind noch selten zu finden, noch sporadischer ist das Versorgungsnetz. 
Der Vollständigkeit halber, hier aber ein kurzer Nachsatz zu alternativen Treibstoffen.

Aus Umweltschutzgründen sind bisher viele finanzielle Vorteile (zB. Bei der Umrüstung oder in Bezug auf Steuern) gewährleistet, welche zur Attraktivität alternativer Fahrzeuge beitragen sollen. Langfristig liegt, auch durch die begrenzte Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe, hier die Zukunft. 

Erdgas

Das unterirdisch vorkommende Naturgas, wird stark verdichtet in regulären Ottomotoren verwendet. Durch Steuervorzüge sind die Kraftstoffkosten und geringen Steuern ein wirtschaftliches Argument. Auch einzelne Versicherungsgesellschaften gewähren großzügige Sonderkonditionen. Durch seine kohlenstoffarme Verbrennung ist die Nutzung von Erdgasantrieb besonders umweltfreundlich. Sicherheitsbedenken sind es nach ausführlichen Crashtests aktuell nicht. 

Autogas 

Auch bekannt als LPG, eine englische Abkürzung für verflüssigtes Petroleum. Es ist ein Nebenprodukt aus Erdölförderung und –Raffinerie und, ähnlich dem Erdgas, in einem umgerüsteten Ottomotor (auch als Hybrid) nutzbar. Trotz des erhöhten Verbrauchs ist es besonders umweltfreundlich.
Wie beim Erdgas sind durch gezielte Abbrennung bei einem Unfall keine erhöhten Sicherheitsrisiken bekannt. 

Elektrofahrzeuge und Hybride 

Elektroautos waren die ersten Personenkratftwagen und erleben seit einigen Jahren eine wahre Renaissance. Durch ihre noch geringe Reichweite, sind sie vorallem für den Stadtverkehr interessant. Die Aufladung erfolgt an Elektrotankstellen oder handelsüblichen Steckdosen. Aufgrund der günstigen Umweltbilanz (keine direkte Emission, keine Lärmverschmutzung) sind elektronische Automobile aktuell von der KFZ-Steuer befreit. Es gibt eine Reihe verschiedener Elektroantriebe, einzig der Hybridantrieb (also die Kombination mit Super oder Diesel) gilt nicht als solcher.

Die Verwendung alternativ erzeugten Stroms, beispielsweise mittels Photovoltaik oder Windkraft, macht diese Fahrzeuge besonders schonend.
 Mit einigen Jahren Entwicklung ist diese Technik besonders zukunftstauglich. 

Biodiesel 

Der sogenannte Bio- oder auch Agrodiesel, wird aus pflanzlichen oder tierischen Fetten gewonnen. Möglich sind sowohl die reine Biodiesel-Betankung, als auch die Mischung mit regulärem Petroldiesel. Trotz guter Umweltbilanz ist die staatliche Förderung seit 2013 rückläufig. Die reine Verwendung kam dadurch praktisch zum Erliegen. Aufgrund der schlechten Zukunftsaussichten, gehen wir nicht näher auf diese Kraftstoffart ein. 

Pflanzenöl 

Einige Dieselmotoren können Pflanzenöl ohne Anpassungen als Kraftstoff nutzen, bei allen Anderen reichen kleinere Anpassungsmaßnahmen.
Auch hier ist eine Rein- wie Hybridbetankung möglich. Wenngleich möglich, sollte (um die Umweltbilanz nicht wieder negativ zu beeinflussen) auf die
Verwendung handelsüblicher Salatölflaschen verzichtet werden. Durch seinen niedrigen Flammpunkt, ist das Brandrisiko bei einem Unfall geringer als bei herkömmlichen Kraftstoffen. 

Bioethanol 

Wird aus pflanzlichen Abfällen oder Biomasse gewonnen. Entwickelt wurde diese Alternative während des Ölschocks der 70er Jahre. In Hinblick auf die CO2-Bilanz geriet sie zuletzt jedoch immer stärker unter Kritik. In Agrarkulturreichen Ländern wie Brasilien und Kolumbien, ist Bioethanol jedoch stark verbreitet. 

Wasserstoff 

Der Wasserstoffantrieb kann sowohl in einem Verbrennungsmotor genutzt werden, als auch in einer Brennstoffzelle mit nachgeschaltetem Elektromotor.
Da Wasserstoff aus fossilen Energien hergestellt wird, sind keine besonderen Umweltvorteile gegeben. 

Heizöl 

Um Missverständnisse zu vermeiden- die Betankung mittels Heizöl ist KEINE alternative Antriebstechnik, sondern motorschädigend und illegal.

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