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Privatverkäufer oder Händler - wo kaufen Sie sicher

von Auto-Motor-Welt Ratgeber

Ist der Plan gefasst ein Auto zu kaufen, wird der moderne Mensch - dank Internet - erneut zum Jäger und Sammler. Man vergleicht Ausstattungen und Preise, liest Erfahrungsberichte und gut gemeinte Tipps.

Teilweise wird man über die Empfehlung, oder gar den eigenen Gedankengang, stolpern: Ein Gebrauchter ist unter allen Umständen doch besser privat gekauft. Schließlich kenne man dann das Vorleben, wird nicht betrogen und günstiger ist es allemal?

Leider ein Trugschluss aus einer vermeintlich besseren Zeit, da Jeder noch seine Nachbarn kannte und ein Handschlag etwas wert war.

Welche Typen begegnen Ihnen beim Privatkauf?

Der Normalo
Eine echte Privatperson. Natürlich sind hier viele aufrichtige Personen bei, doch sind diese auch nicht immer in der Lage eventuelle Schäden Ihres Fahrzeuges zu kennen.Auch wenn die Gewährleistung (aus Unwissenheit?) nicht, oder nicht richtig ausgeschlossen wurde, ist es schwierig, langwierig und teils unmöglich Ihre Rechte im Schadensfall einzufordern. Beispielsweise bei Notverkäufen im Insolvenzfall oder vor einer Auswanderung. Preisverhandlungen sind bei Privatpersonen oft nicht möglich- ein Spielraum wurde nicht eingeplant. Oft sind die Einnahmen aus dem Gebrauchtwagenkauf bereits für eine Neuanschaffung oder Schuldentilgung fest im Budget verankert. Aus Unwissenheit, werden die Preisvorstellungen der Schwackeliste entnommen ohne den individuellen Zustand ausreichend zu berücksichtigen- zu Recht hat ein jeder Angst selbst über den Tisch gezogen zu werden. Im Laufe der Jahre gab es viele schöne Erlebnisse mit dem Auto- ein ideeller Wert weicht oft von der Realität ab, verramschen möchte man das beräderte Familienmitglied schließlich aber auch nicht. Ist Ihr ausgekorener Gebrauchter aus erster Hand, schmerzt vorallem die Erkenntnis des enormen Wertverlustes welcher noch so gut wie möglich aufgefangen werden soll: „der hat vor 5 Jahren doch noch 20.000 € gekostet“.

Da noch immer viele Bürger annehmen, gekauft wäre wie gesehen, gibt es aber auch genügend schwarze Schafe die Ihren „Alten“ gerade noch fahrbereit herrichten.

Der heimliche Händler
Der Händler ist nicht in der Lage die Sachmängelhaftung beim Verkauf an eine Privatperson auszuschließen. Alte oder mangelhafte Fahrzeuge kann er nicht wirtschaftlich verkaufen. Für einen seriösen Händler gäbe es hier 2 Optionen- den Wagen nicht anbieten oder den Wagen so anbieten, das ein Ausschluss doch möglich ist- als Vermittler im Kundenauftrag, als Wagen zum Ausschlachten, für Gewerbetreibende oder den Export. Unseriöse Händler lassen diesen Wagen beispielsweise auf ihre Frau zu, um beim Verkauf als Privatperson aufzutreten und die Gewährleistung auszuschließen.

Der Betrüger
Leisten Sie keine Zahlung ohne etwas Handfestes! Ohne Probefahrt, sehen Sie vielleicht nur irgendein Auto welches an der Straße parkt. Ohne Gebrauchtwagencheck ist es vielleicht ein Schrotthaufen und alle Daten des Verkäufers Falschangaben. Ohne den Fahrzeugbrief gesehen zu haben, gehört der Wagen vielleicht der Bank oder sonst einer Person.

Die bekannten Maschen sind zahlreich- da sind der Überfall kurz vor der Bargeldübergabe, das Superschnäppchen im Ausland für welches Sie nur noch die Überführungskosten zahlen müssen (oft haben Sie diese sogar schon mit einem ungedeckten- Scheck im Voraus „gezahlt“ bekommen) oder gar ein komplett kostenloses KFZ (nach Aufnahmegebühr).

Wann lohnt sich der private Autokauf also?

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Gerade für Fahranfänger werden ältere, billige Gebrauchtwagen gesucht. Diese haben jedoch meist schon Verschleißerscheinungen, welche in Kombination mit dem ungeübten Fahrer schneller zu Unfällen führen. Geschieht tatsächlich ein Unfall ist man in einem älteren Modell zudem schlechter geschützt- die Knautschzone ist kleiner, keine Airbags etc.. Online finden Sie zu den meisten Automodellen Crashtest-Videos.

Ein echtes Schnäppchen könnte ein Experte machen - kennt er die typischen Fehler und Listenpreise, weiß er worauf er besonders achten muss und erkennt er moderne Klassiker, kann ein Profi beim Nichtsahnenden Privatverkäufer dann und wann ein echtes Schnäppchen machen. Sie kennen den Verkäufer genau, die Vorgeschichte des Wagens und wie mit diesem umgegangen wurde. Hier kommt der erste Typ des Normalos oft zum tragen. Was ist nun aber, schließt der Verkäufer, weil man ja unter Freunden ist, die Mängelhaftung nicht aus? Würden Sie Ihren Freund verklagen wollen, wenn ihm unbekannte Fehler auftreten? Die Entscheidung stünde zwischen Freundschaft und Geldverzicht.

Wann lohnt sich der Privatverkauf nicht ist hier eher die Frage. Wann immer die Gefahr eines Schadens besonders hoch ist (ältere Wagen) oder Sie eine schmerzlich hohe Summe investiert haben.

Wahr ist, dass der Preis oft wirklich günstiger ist als beim Händler; Das liegt zum einen eben an der viel erwähnten Ausschlussmöglichkeit. Der Privatverkäufer kann ohne Risiko auch noch einen Wagen anbieten, der schon so alt oder gebraucht ist das kein Händler ihn mehr aufnehmen würde.
Verständlicher ist es, die Frage umgekehrt zu stellen:

Warum ist der Preis vom Händler tatsächlich oft etwas höher?
Ein Unterschied von einigen Hundert Euro ist keinesfalls damit begründet, dass der „gewiefte“ Profi einfach gern etwas mehr verdienen würde. Natürlich gibt es auch eine Marge, einen Aufschlag auf den selbstgezahlten Preis an den Vorbesitzer- um wirtschaftlich arbeiten zu können.

Die offensichtlichsten Faktoren sind die Fixkosten des Händlers. Miete und Gehälter machen allerdings nur einen kleinen Kostenpunkt aus. Auch die große Auswahl an Fahrzeugtypen, Modellen und Ausstattungsvarianten sind hier ein Faktor- schließlich müssen fast alle Wagen vorabfinanziert
und unterhalten werden, oft mehrere Wochen bis zum Verkaufsabschluss.

Für welche Leistungen bezahlen Sie beim Händler ein paar Euro mehr:

  • Der Wagen wurde in der Meisterwerkstatt ausgiebig begutachtet
  • Kleine Schönheitsfehler wurden hierbei bereits behoben, Verschleißteile ausgetauscht Das Fahrzeug wurde -innen und außen - aufwändig gereinigt und gepflegt. Hierzu zählen ggf. auch eine Unterbodenversiegelung und neue Fußmatten
  • Was Sie somit NICHT mitkaufen, sind Erinnerungen an den „Ex“(Besitzer)- Gerüche im Wageninnenraum, obszöne Heckaufkleber oder eingesessene Kaugummis.
  • Eine umfassende Beratung durch ausgebildetes Personal.
  • Pflege: Um Lagerschäden zu vermeiden und alle PKW ideal präsentieren zu können, wird ein jedes vor Ort laufend gepflegt und gewartet. Melden Sie sich für die Besichtigung eines bestimmten Wagens an wird dieser noch einmal explizit für Sie hergerichtet – beispielsweise um eine Probefahrt zu ermöglichen.
  • Preisvorteile bei allen weiteren Serviceleistungen (zB. Kostenlose Hu-Vorabuntersuchung, Werkstattleistungen, Finanzierung etc.)
  • Geringere Fahrtkosten. Wie eben erwähnt, haben Sie bei autoport-köln alles unter einem Dach: Untersuchung, Finanzierung, Garantieerweiterung, Zulassung, Reperaturen etc. Zudem fahren Sie nicht erst bei zahlreichen Privatverkäufern - eine Frage von Zeit,
    Fahrtkosten und Sicherheit.
  • Gewährleistung. Im ersten Halbjahr nach Ihrem Kauf hat der Händler das volle Kostenrisiko für Schäden am Fahrzeug, welche möglicherweise schon beim Kauf bestanden haben könnten. Für immerhin noch ein weiteres halbes Jahr, wenn Sie den Schaden zum Verkaufszeitpunkt beweisen können. Im Extremfall ist dies für den Händler auch mal ein Minusgeschäft. Händlerpreise müssen also zumindest so angesetzt
    werden, dass derartige Ausreißer auffangen werden können.

Was spricht für oder gegen den Händler?
Wer die guten Tipps kennt lieber privat zu kaufen, dem sind auch die Vorurteile gegen Händler
bekannt.

Ihm werden meist die typischen Betrugsmaschen unterstellt- der Gebrauchte würde nur grade so gut hergerichtet das er vom Hof käme. Eine Aufbereitung diene nur dazu, offensichtliche Fehler zu vertuschen und einen weit höheren Wert vorzugaukeln. Die eigene Werkstatt bescheinigt den Zeitwert sowieso zu hoch. Die Autos stehen da alle im Hof und rosten vor sich hin.

Überlegen wir nun aber was wir bisher wissen – der Fahrzeughändler ist zur Gewährleistung verpflichtet, alle Schäden die beim Verkauf möglicherweise bestanden, selbst wenn sie erst später entdeckt werden zahlt er letztendlich selbst. Er hat nicht nur einen Ruf, sondern auch viel Geld zu verlieren.

Ein derart schlechter KFZ-Händler hätte somit nie Bestand- ein Faktor nach welchem Sie Ihren Gebrauchtwagenhändler daher unbedingt wählen sollten. Sehen Sie sich hierzu Kundenmeinungen auf neutralen Internetseiten an- sind alle Fahrzeuge wie beschrieben, erfolgt eine ausführliche Beratung und Nachbetreuung?

Durch unsere lange Erfahrung, kennen Händler sehr viele modelltypische Probleme und schauen hier genau hin. Sie müssen nicht –wie beim privaten Kleinanzeigenverkauf- nach allen Ausstattungseigenschaften separat fragen (zumal die meisten Autobesitzer diese gar nicht im Detail benennen könnten). Händler sind stets um eine ausführliche Beschreibung und viele aktuelle Fotos bemüht.

Dennoch gibt es unter Händlern natürlich auch schwarze Schafe. Lassen Sie sich nie zu einem schnellen Kauf drängen, gerade auch wenn das Modell Sie nicht von Grund auf begeistert. Nutzen Sie ruhig die Möglichkeiten eines Gebrauchtwagenchecks und versichern Sie sich, wer im Vertrag
als Verkäufer genannt wird. Auffällig sind zudem umfangreiche aber unspezifische Mängellisten (da diese Mängel schlicht noch nicht bestehen) im Vertrag- auch hiermit soll teilweise eine Sachmängelhaftung umgangen werden, frei nach dem Motto „der Schaden war doch bekannt“.

Zusammenfassung: Warum kommt der Händlerkauf Sie finanziell dennoch besser?

  • Wie erwähnt wurde der Wagen wertsteigernd aufbereitet, unter anderem durch die Ausstattung mit neuen Teilen und Reperaturen
  • Sie sind ein Jahr lang vor übermäßigen Reperaturkosten geschützt (Gewährleistung)
  • Wie erwähnt erhalten Sie Preisnachlässe in der Nachbetreuung
  • Eine Finanzierung über das Autohaus ist möglich
  • Eine wertsteigernde Garantieerweiterung ist möglich
  • Sie sparen Fahrtkosten
  • Sie können Ihren Alten in Zahlung geben – da hier erstaunlicherweise noch mehr Betrugsstrategien existieren als beim Verkauf sparen Sie Zeit und Nerven für einen guten Preis. Zudem wird man teurere Modelle privat oft nicht gut los, nur wenige können (oder wollen) mehrere zehntausend- Euro noch bar bezahlen.
  • Einige Wagen haben noch Neuwagenstatus – Lesen Sie hierzu mehr im großen Vergleich: Vorführ- Tages- oder Gebrauchtwagen.

Auch wenn unser Ratgeber allein Sie nicht zu überzeugen vermag, hoffen wir doch Ihnen ein paar Denkanstöße und aufschlussreiche Einblicke gegeben zu haben. Hören Sie sich doch einmal in Ihrem Bekanntenkreis, nach Erfahrungen mit verschiedenen Händlern und Privatverkäufern um.

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